Graz · Ratgeber

Graz zu Fuß: 976 Orte auf einer Karte

Die meisten Stadtkarten für Reisende zeigen zwanzig Sehenswürdigkeiten und eine Handvoll Restaurants. Das ist eine Auswahl, und eine Auswahl beantwortet nur die Frage, die sich der Autor gestellt hat.

Stand 09/2026888 Wörterrund 5 Min. Lesezeit7 Abschnitte

Unsere Karte macht etwas anderes: Sie zeigt 976 Orte aus OpenStreetMap für das Grazer Stadtgebiet und lässt den Leser den Radius bestimmen. Nicht „was ist sehenswert“, sondern „was liegt in zwölf Gehminuten um dieses Haus“.

Was auf der Karte steht

KategorieAnzahl
Restaurants294
Cafés197
Parks und Grünflächen156
Pubs und Bars118
Supermärkte84
Sehenswürdigkeiten, Museen, Galerien66
Straßenbahnhaltestellen61

Bei 598 dieser Orte sind Öffnungszeiten hinterlegt, bei 642 eine Adresse, bei 295 eine Küchenangabe und bei 212 ein Außenbereich. Beim Überfahren eines Punktes wird angezeigt, was tatsächlich in den Daten steht — und nur das. Fehlt eine Angabe in OpenStreetMap, bleibt die Zeile leer, statt dass wir etwas erfinden.

Wie der Gehradius funktioniert

Ein Klick auf ein Haus zeichnet einen Kreis. Der Regler stellt die Gehzeit von drei bis zwanzig Minuten ein; darunter werden Zwischenringe im Fünf-Minuten-Raster gezeichnet, damit man sieht, wo innerhalb des großen Kreises die fünf und die zehn liegen.

Alles im Kreis wird nach Kategorie gezählt. Das ist der eigentliche Nutzen: Man vergleicht nicht Hotelbeschreibungen, sondern Umgebungen. Und die Unterschiede sind größer als erwartet — zwischen zwei Häusern im selben Bezirk liegen manchmal zweihundert Lokale.

Wichtig: Die Gehzeit ist eine Schätzung — Luftlinie mal 1,3, geteilt durch 4,5 km/h, nicht geroutet. Das Modell kennt keine Brücken (relevant an der Mur), keine Höhenmeter (relevant am Schlossberg) und keine Ampeln. Rechnen Sie mit ±2 bis 3 Minuten, am Berg mit deutlich mehr.

Die Orte, die auf keiner Postkarte stehen

Wer „Graz Geheimtipps“ sucht, bekommt meist dieselben fünf Vorschläge. Diese hier stehen in unseren Daten, sind belegbar vorhanden und trotzdem kaum je auf einer Liste:

In der Altstadt, wo alle vorbeigehen:

Museen für ein bestimmtes Interesse:

Zeitgenössische Kunst abseits des Kunsthauses:

Grün, das nicht Stadtpark heißt:

Von 156 erfassten Grünflächen sind die meisten klein und keine Sehenswürdigkeit. Aber wenn man sie in den Gehradius um sein Hotel legt, sind sie genau das, was einen Aufenthalt angenehm macht.

Was die Karte nicht weiß

Wir schreiben das auf jeder Ansicht dazu, und hier noch einmal ausführlich:

Ortsdaten © OpenStreetMap-Mitwirkende

Die Daten stammen aus OpenStreetMap und stehen unter der Open Database License (ODbL). Sie wurden einmalig per Overpass abgerufen und werden als statische Datei ausgeliefert — die Karte fragt zur Laufzeit nichts bei Dritten an. Die Namensnennung steht in der Fußzeile jeder Kartenansicht und bleibt dort.

Warum die Daten einmalig abgerufen werden

Ein naheliegender Einwand: Warum nicht live abfragen, dann wären die Daten immer aktuell? Drei Gründe, und alle drei sind Entscheidungen, keine Bequemlichkeiten.

Erstens die Nutzungsbedingungen. Die öffentlichen Overpass-Instanzen sind für Abfragen gedacht, nicht als Backend fremder Websites. Ein Aufruf pro Seitenaufruf wäre ein Missbrauch der Infrastruktur.

Zweitens die Ladezeit. Ein statischer Auszug wird mit der Seite ausgeliefert; eine Live-Abfrage würde jede Seite auf die Antwortzeit eines fremden Servers ausbremsen.

Drittens der Datenschutz. Der Kartenaufbau vor der Zustimmung zum Kartendienst stellt keine einzige Anfrage an Dritte. Diese Eigenschaft wäre mit einem Live-Abruf sofort verloren. Wer nicht zustimmt, bekommt trotzdem eine vollständige Umgebungsdarstellung — nur ohne Kachelbild.

Der Preis dafür: Der Datenstand friert zum Zeitpunkt des Abrufs ein. Wir halten das für den besseren Handel, weil die Karte eine Dichteaussage trifft und keine tagesaktuelle Auskunft — ein Lokal mehr oder weniger ändert an einem Radius mit hundert Einträgen nichts.

Wie man sie benutzt

Am sinnvollsten nicht als Sightseeing-Liste, sondern als Entscheidungshilfe vor der Buchung: Haus auswählen, Regler auf die Gehzeit stellen, die man sich abends zumuten will, und nachsehen, was übrig bleibt. Die Ergebnisse sind auf den Stadtteilseiten Lend & Gries, Innere Stadt und Jakomini & Geidorf vorgefiltert; der Gesamtvergleich steht unter Wo in Graz übernachten.

Für den klassischen Weg durch die Stadt gibt es weiterhin den Rundgang: Die Grazer Altstadt zu Fuß und den Schlossberg-Vergleich. Und für alles, was mit Essen zu tun hat, die Aufschlüsselung nach Bezirken unter Essen in Graz.